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Pforzheim

Ein Jahr als Freiwillige? – Aber klar!

(06.02.12, 14:04 Uhr) Einfach mal etwas anderes machen als Schule, Studium oder Ausbildung: Das haben sich Valeria Struhkamp und Alica Lübker gedacht und sich für den Bundesfreiwilligendienst gemeldet. Jetzt sind sie seit dem 1. September 2011 BFDler.

„Nicht ,Bufdis‘“, sagt Alica. „Das klingt so komisch.“ Der BFD, der 2011 als Ersatz für den wegfallenden Zivildienst von der Bundesregierung ins Leben gerufen wurde, ergänzt Programme wie das freiwillige soziale oder ökologische Jahr (FSJ oder FSÖ), hat im Gegensatz zu diesen jedoch keine Altersbeschränkung für die Teilnehmer. Valeria und Alica arbeiten bei der Don-Bosco-Kath.-Jugendhilfe in Osnabrück: Alica in einer Wohngruppe mit zwei- bis sechsjährigen Kindern, Valeria in der Inobhutnahmegruppe, wo Kinder aus schwierigen Familienverhältnissen schnell und unkompliziert aufgenommen werden. Manchmal kein leichter Job. „Die Schicksale der Kinder gehen mir oft wirklich nahe“, sagt Valeria.

Gebracht werden die Kleinen meist von der Polizei oder dem Jugendamt. In der Inobhutnahmegruppe finden sie erst einmal ein neues Zuhause, Sicherheit und Geborgenheit, bevor ihr Weg weitergeht: selten zurück in die Familie, vielleicht in eine der dauerhaften Wohngruppen, wie sie etwa auch die Don-Bosco-Jugendhilfe anbietet. „Ich begleite die Kinder in ihrem normalen Tagesablauf“, beschreibt die 20-Jährige ihre Aufgabe. „Mahlzeiten, Spielen, Hausaufgaben, Einkaufen, Sport, Arztbesuche – überall bin ich dabei.“ Dass die Betreuung der derzeit sieben Vierbis Zwölfjährigen hin und wieder ein anstrengender Job sein kann, sieht sie positiv: „Ich lerne hier unglaublich viel. Zum Beispiel kann ich mit fremden Situationen inzwischen besser umgehen als vorher.“

Mit dem einjährigen Bundesfreiwilligendienst vervollständigt sie ihre Fachhochschulreife; bis zum vergangenen Jahr war sie Schülerin am Carolinum. „Ich weiß jetzt, dass es genau das ist, was ich später machen möchte: etwas im sozialen Bereich, am liebsten mit Kindern“, sagt Valeria. Für Alica Lübker ist der BFD der perfekte Übergang von der Schule zum Studium. „Ich wollte unbedingt im sozialen Bereich Erfahrungen sammeln, bevor ich zu studieren beginne“, erklärt die 19-jährige Belmerin, die 2011 ihr Abitur gemacht hat. Ihre Tätigkeit in der Wohngruppe bestärke sie in ihrem Wunsch, später Sozialpädagogik oder Erziehungswissenschaft zu studieren: „Es ist einfach das Richtige für mich.“

In der Wohngruppe, in der sie arbeitet, leben derzeit sechs zwei- bis sechsjährige Kinder, die aufgrund der Familiensituation nicht bei ihren Eltern bleiben dürfen. Da ist die Gruppe so etwas wie ein Familienersatz. Aber: „Distanz müssen wir wahren“, sagt Alica. „Gerade bei den ganz Kleinen ist es wichtig, Grenzen aufzuzeigen.“ Einen richtigen Kuss beispielsweise gebe sie ihren Schützlingen nicht. „Dann muss stattdessen ein Luftkuss her“, sagt sie lächelnd. In der Wohngruppe gehe es vor allem darum, den Kindern einen geregelten Tagesablauf zu bieten – etwas, das viele von ihnen von zu Hause gar nicht kennen. „Mittagspause, Obstpause, zur Logopädie, zum Schwimmkurs – alles hat nachmittags seinen festen Platz“, sagt Alica. „Wenn wir zum Beispiel mal einen Ausflug machen und die Obstpause ausfällt, sind manche Kinder richtig verwirrt.“

In ihrem Umfeld haben beide bisher nur Unterstützung für ihre Entscheidung erfahren, ein Jahr als Freiwillige im sozialen Bereich zu arbeiten. „Viele sagen: Cool, dass du das machst“, sagt Valeria. Und sie fügt hinzu: „Ich kann es wirklich nur jedem empfehlen. Es macht einfach richtig viel Spaß.“

Weitere Infos zum BDF findet Ihr hier.

Alica Lübker (l.) macht ihren Bundesfreiwilligendienst bei der Don-Bosco-Kath.-Jugendhilfe gerne, auch wenn ihr die Schicksale der Kinder manchmal sehr
nahe gehen. Foto: Franziska Holthaus

Kommentare

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06.02.12, 15:42 Uhr

neeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee



     
     
    Profil
    06.02.12, 18:17 Uhr

    wie kann man das nur machen


    HDGDL,in liebe: Fussel
    merci das du da bist

       
       
      Profil
      06.02.12, 19:37 Uhr

       

      wie kann man das nur machen



      Vielleicht um mal was sinnvolles zu machen.


      Freiheit und Gleichheit, welch Unverstand, die tödlichsten Feinde zusammengespannt;
      denn ungleich wird alles, entwickelt sich´s frei und Gleichheit bedarf der Tyrannei.

         
         
        Profil
        11.02.12, 15:28 Uhr

        wie kann man das nur machen ????????????????????????????????????????